Poems

Meine Gedichte sprechen aus einer Haltung des Suchens- nach Nähe, Sinn und vielleicht nach einer tieferen Wirklichkeit, die hinter den äußeren Erscheinungen verborgen liegt.

***

Zwischen dir und mir
spannt sich ein Bogen aus Stille,
ein Raum, den die Musik misst.

Obwohl du ganz und gar nicht meinem Geschmack entsprichst,
zittere ich noch immer,
wenn ich deine gebeugten Schultern sehe
und deinen müden, erloschenen Blick.

Ich weiß, du bist schon seit Jahren unglücklich.
Und selbst wenn du ihre Hand hältst,
kannst du nicht erfassen,
was zwischen uns war
und wie wir es verloren haben.

***

Der Schatten dieser Nähe
fällt auf meine verbrannten Schultern.
Der Sonnenuntergang und die abgesplitterte Glaskante
verletzen meine Lippen mit jedem Schluck Wein.

Du sagtest, du seist dankbar,
dass sich unsere Wege gekreuzt haben.
Ich bin das Lebensblut,
das von Begegnung zu Begegnung fließt,
und dein erschöpftes Herz erfüllt.

Ich lösche geschriebene Worte,
das Unausgesprochene verliert sich selbst,
ohne je Form, Fleisch oder Sinn zu werden.

Eine angelehnte Tür und das Sonnenlicht
kriecht wie eine Schlange lautlos heran,
umwindet meine Knöchel.

Das bist du —
du manifestierst dich in verschiedenen Formen und Klängen,
zerstörst mich,
bringst mich aus dem Gleichgewicht.

Ich würde gern die Hand ausstrecken
und diese Tür für immer schließen,
doch vor dir bin ich machtlos.

Diese Kraft steht über meinen irdischen Kräften.
Es ist ein Spiel der Ungleichen.
Es ist eine Unterströmung,
tiefer und tiefer,
Tag für Tag,
die mich mir selbst entzieht.

***

Du hast mir am letzten Tag des Sommers
einen Kamm geschenkt.
Ich schließe die Augen
und löse mein Haar.

In den Falten meines Kleides
haben sich kleine Blumen verborgen.
Der Wind hat sie mir zugetragen,
großzügig, wie ein Geschenk.

Es ist eine Belohnung
für meine Treue zu dir.

***

Du bist der, den ich nicht gesucht habe,

aber zu dem ich gekommen bin.

In meiner Hand zwei Fäden und

ein Samenkorn der Blume.

***

Du nahmst mein Handgelenk
und in der Armbeuge
verbandst du mit einem Stift zwei Muttermale.
„Schau, das sind du und ich.“

Fast zwanzig Jahre später
sehe ich sie noch immer.

Doch die Linie

ist mit der Zeit verblasst.

***

Im halbvergessenen Traum
wächst meine Zärtlichkeit zu dir
wie ein zerbrechlicher Trieb.

Sie bricht sich im Licht,
zersplittert
auf dem Leib des Wassers,
hinterlässt eine Spur,
einen Riss,
ein kurzes Verweilen auf einem endlosen Weg.

Gedanken ziehen Kreise
über die glatte Wasserfläche.

Tief unten,

wo der Atem sein Lebensrecht verliert 

versinken klebrige Finger
im honigsüßen Fluss der Körper.

***

Wir sitzen uns gegenüber
in einem fast leeren Café.
Die Spiegel vervielfachen unsere Nähe.
Ich schaue dich an,
trunken von deiner Schönheit.

Ich liebe dich und möchte dir gestehen,
wie glücklich ich bin,
dass du ein wenig mein bist
und ich die Deine.

Du siehst mich kühn an und sagst:
— Nein. Du bist ganz mein.

***

In der Stille meiner Stimme
hast du deinen Träumen Zuflucht gefunden.
Wir saßen nebeneinander,
vermieden Blicke
und die Schwere der Worte.

Unter den Nägeln, wie ein Saum,
eine dunkle Linie,
ein Bogen,
eine Reihe von Sandkörnern nebeneinander.

Diese Zeit,
erstarrt und ohne einen Ausweg zu finden.

***

Für mich mit dir,

durch die Straßen lärmender Bars,

gefüllt mit den Ängsten, Verlusten

und Hoffnungen der anderen.

Führ mich durch Rauch

und geballte Hände.

Zeichne Wege auf meiner Haut.

Schau mich mit Zärtlichkeit an.

Ich lege mein Sommerkleid ab,

und alles löst sich auf.

Ich denke, auch du beginnst zu verschwinden.

Berühre mich-

Ich will dich sehen.

***

Die Zeit hat sich zu einer Sprungfeder zusammengerollt

und drückt aus der Tiefe auf uns ein.

Ein Jahr zuvor, in der Stadt,

wo die Straßenbahn aus dem Blick verschwand,

durch eine dunkle, von Gott vergessene Straße

gingen meine schönsten Tage,

mich umarmend,

so wie nur du es getan hast.