
Artist on Vacation is a space for stepping away from expectations, deadlines, and constant evaluation.
Over time, creative practice can become shaped more by external expectations than by inner curiosity. Here, there is space to slow down and return to creating without the need to perform.
It might take the form of a ceramic object, a poem left in the city, a quiet walk, a conversation or something that never needs to be finished. The form can dissolve-what remains is curiosity and openness.
I believe the most honest artistic discoveries happen away from the spotlight, in moments of slowness, play, silence and connection with nature.
Artist on Vacation is an invitation to reclaim creative freedom, to experiment without fear of judgment and to reconnect with the reasons we started making art in the first place.
Not to escape art, but to return to it.
Episode 1
Meine griechischen Ferien
1.
Ein paar Minuten allein auf dem Dach.
Wasserrauschen – jemand duscht.
Ein sich umarmendes Paar auf der anderen Straßenseite verschwindet in der Tür des Hauses.
Licht im Fenster.
Der Himmel: blauviolett.
Blühende Bäume, sonst niemand.
Ein kleiner, enger Strand.
Hinausschwimmen bis hinter die Bojen.
Ein Rausch der Freude, fast schmerzhaft.
Vom Tag verbrannt.
Ein zu enger Badeanzug.
Muschelreste auf der Haut.
In der Apotheke anstehen, Aloe-Vera-Gel kaufen.
2.
Mit dem Boot in eine Richtung fahren.
Eine Taverne, verborgen vor Blicken.
Der Sonnenuntergang wechselt seine Farben.
Abendessen am Meer.
Ein letztes Schwimmen in der Dunkelheit.
Das Wasser warm, als Verlängerung des Körpers.
Nasse Haare auf dem Rücken.
Lichter. Griechische Musik.
Der Heimweg durch die Nacht.
Weihrauch in der Luft.
Unzählige Katzen, die mehr schlafen als ich.
3. Spetses
Eine verlassene Villa.
Das College, an dem John Fowles unterrichtete.
Weißwein am Strand. Übergang in die Nacht.
Nackt im Meer schwimmen.
Ich streichle eine streunende Katze am Tisch. Dann bin ich allein.
Ich drehe mich um – und sehe jemanden, an den ich mich erinnere.
Unsere Blicke treffen sich. Er wendet sich ab, dann senkt er die Augen —
und ich sehe, dass er sich freut.
Seine blauen Augen.
Gebräunte Haut.
Leicht ergrautes Haar.
Etwas an ihm berührt mich.
Ein paar Sekunden. Eine Überschneidung zweier Leben.
Abendsonne. Wärme auf der Haut.
Es ist unmöglich, sich zu nähern.
Ein Aufblitzen eines nicht gelebten Lebens.
Episode 2

Episode 3
Ich existiere in verschiedenen Sprachen und Kulturen.
Episode 4
I set these butterflies free onto the city streets.









Episode 5
Poppy Pods




Episode 6
На твоём теле-
созвездия из родинок,
погасшие вулканы.
Наша одежда тихо касается друг друга.
Ты рисуешь меня,
склонив голову.
Я смотрю в открывающееся пространство раковины-
между линией твоей шеи
и воротником рубашки.
Звук распускающегося цветка,
размывает все, что было нарисовано между нами.
Episode 7
Nach einer Konferenz in München kamen wir am Abend mit einem IT-Manager ins Gespräch. Als er erfuhr, dass wir Künstler sind, fragte er:
„Wisst ihr, wofür die kleine Tasche an der Jeans ist?“
„Nein.“
„Für das Gehalt von Künstlern.“
Während er weiterredete, betrachtete ich die Fliesen unter meinen Füßen: das Muster, das Licht darauf, und wie ruhig all diese Farbtöne nebeneinander existieren, ohne eine Erklärung zu verlangen.
Oben ging das Gespräch weiter. Unten lag das Muster im Licht.
Episode 8
Lee Kang-hyo
Episode 9
Du nahmst mein Handgelenk
und verbandst in meiner Armbeuge
mit einem Stift zwei Muttermale.
„Schau, das sind du und ich.“
Fast zwanzig Jahre später
sehe ich sie noch immer.
Doch die Linie dazwischen
ist mit der Zeit verblasst.
Episode 10

Episode 11

Danke für die Warnung. Über Bordsteine stolpere ich selten. Über Gefühle deutlich öfter.
Episode 12
Ja, dieser Mensch hat etwas in mir geweckt.
Was in mir erwacht ist, gehört jetzt mir.
Episode 13
Bobbi Jene Smith. Part 1.
Bobbi Jene Smith. Part 2.
Bobbi Jene Smith and Or Schraiber. Part 3.
Episode 14
My son collects feathers.
I treasure every one he brings home.
By autumn, perhaps we’ll have enough
to sew a jacket from our walks.

Episode 15
Speaking of feathers…
As a child, I collected every feather I could find and tried to make myself a pair of wings. I would watch the birds, climb onto a bench, and jump, convinced that this time I would fly. After each failed attempt, I wondered what I was doing wrong.
Many years later, I discovered that I could fly – not with feathers, but through art, music, and love.
Episode 16

Das ist ein Foto aus unserem Familienarchiv. In der Mitte steht mein Großvater. Doch diese Geschichte beginnt in der linken Ecke des Bildes – bei einem Mann mit einer Trompete.
Einst war dieser Mann mit meiner Großmutter verlobt. Bis zur Hochzeit war es nicht mehr weit. Dann begegnete sie meinem Großvater. Über diese Geschichte spricht sie nicht gern. Sie wird verärgert und behauptet, das alles sei nur erfunden. Doch das Familiengedächtnis ist hartnäckig und findet immer wieder seine Zeugen.
Die Jahre vergingen. Der Mann mit der Trompete heiratete eine andere Frau. Meine Großmutter heiratete meinen Großvater.
Er bekam einen Sohn. Meine Großeltern bekamen meine Mutter.
Durch eine Laune des Schicksals besuchten die beiden später dieselbe Schule, wenn auch in unterschiedlichen Klassen. Der Sohn des Trompeters verliebte sich in meine Mutter und trug seine Gefühle durch all die Schuljahre. Eines Tages schenkte er ihr ein kleines Holzboot, in dem winzige Pilze wuchsen.
Dieses kleine Holzboot ist älter als ich. Bis heute steht es bei uns im Regal. Bei einem der Pilze ist der Hut abgebrochen, sodass er sich ein wenig von den anderen unterscheidet.
Später gingen beide ihren eigenen Weg. Der Sohn des Trompeters heiratete. Meine Mutter heiratete meinen Vater.
Als der Sohn des Trompeters, inzwischen erwachsen, eine Tochter bekam, gab er ihr den Namen meiner Mutter.
Dann wurde ich geboren.
Später bekam er noch einen Sohn. Ich habe ihn nie kennengelernt und weiß nicht einmal, wie er hieß. Und doch denke ich manchmal an ihn, wenn ich das kleine Holzboot in unserem Regal betrachte.
Dann denke ich daran, wie seltsam menschliche Leben miteinander verflochten sind. Wie Gefühle vergehen können, ohne ganz zu verschwinden – weil sie sich in Namen, Geschenken und Familiengeschichten fortsetzen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass irgendwo noch ein Mensch lebt, der durch diesen unsichtbaren Faden mit mir verbunden ist.
Und wenn wir uns eines Tages begegnen würden, könnte dieses kleine verlorene Schiff vielleicht doch noch seinen Hafen finden.
Episode 17
„Spring has passed, summer has gone and winter is here. And the song that i meant to sing remains unsung. I have spent my days stringing and unstringing my instrument.“
– Rabindranath Tagore


Episode 18
…